Rezeptur: Poor Man's Hagebuttentee

Wort zum Geleit:

Hagebuttentee ist, wie jeder sofort zustimmen wird, sehr wohlschmeckend und bekömmlich. Jedoch kann der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass der geneigte Leser gerade keine geschroteten Hagebutten zuhanden habe, oder bewusst den Handel mit Hagebuttenfabrikanten (z.B. wegen preislichen Unstimmigkeiten) unterlässt.

Leider ist es auch uns nicht möglich, eine Anleitung zu geben, wie ex nihilo Hagebuttentee hergestellt werden könne, weder von der wilden Natur her vindiziert, noch abgerungen aus vollkommen hagebuttenfreien Ingredientiae.  

Deshalb soll es hier nur Thema sein, wie aus günstigen Malvenstücken wohlschmeckendes, gesundes und dem Genuß angenehmes Heißgetränk herausgemauschelt werden kann.

Ingredientiae: 

Wasser

Saft der Zitronenfrucht

Zucker, etwas

Tee der Malve*

gute Laune

 

* Zerkleinerte Malven sind in überteurten Bioläden zu erhalten - noch dort kann Preis und Quälität leicht die Gunst des Käufers für sich gewinnen.

 

Poiesis:

Zuerst sollte ein jeglicher, der ernstlich daran sich schicken möchte einen Tee zu bereiten sein Gemüth von Ballasten befreien, an deren Marter er, gewohnt durch den täglichen Umgang mit der Häßlichkeit der Menschen, krankt.

Poor Man's Hagebuttentee wird traditionell aus großen Krügen mit einem Fassungsvermögen von mindestens (!) einem Liter oder zwei Pinten getrunken. Er dient der Bekämpfung von Austrocknung (Dehydratio), Missgelauntheit (oder daraus resultierenden Gebrechen wie Blödsinn oder Faselei), dem subjektiv empfundenen Gefühle des Durstes sich abzuhelfen, sowie zur Unterhaltung der Sinne.

Ein Krug (vorzüglich aus durchsichtigem Glase) bereithalten. Das Wasser (die Hälfte des gesamten) zum kochen bringen. Malvenschrot in einen Teebeutel oder Teeei füllen - etwa vier große Priesen, vielleicht auch derer fünf. Anschließend erfolgt der Aufguss: Behutsam das Wasser über die zarten Malvenstücke geben. (Vorsicht vor Hitze !) Ein paar Schüsse Zucker nach belieben zugeben und mit einem geeigneten Instrument verrühren. Nun den Saft einer halben Zitronenfrucht hinzugießen. Anschließend sechs bis zehn Minuten ziehen lassen. Nun ist der Sud nur noch mit kaltem Wasser aufzugießen, und das Getränk ist trinkbereit.

Wort zum Schluss:

Das fertige Gebräu ist in Muße, vorallem in den sehr frühen Morgenstunden zu genießen. Er kann auch im öffentlichen Bade oder in freien Gärten genossen werden. Die Gedanken sollten sich dabei ausschließlich mit religiösen, aesthetischen oder philosophischen Dingen befassen und sich nicht von der widerlichen Betreibsamkeit der Schwätzer und Schalksnarren stören lassen.

Viel Genuss mit: Poor Man's Hagebuttentee


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